Wege zur Architektur

Seit dem Jahr 2003 veranstaltet das Literatur- und Musikfest ‹Wege durch das Land› die von FSB Franz Schneider Brakel unterstützte Reihe ‹Wege zur Architektur›. Internationale Architekten kommen nach Ostwestfalen, um im Rahmen dieser Reihe die Rede zur Architektur zu halten. In eindrucksvollen historischen Bauwerken erläutern sie einen Aspekt ihres Entwerfens, die Philosophie ihrer Architektur oder die Ethik ihres Schaffens.


Peter Zumthor sprach 2003 auf Schloss Wendlinghausen – ein Ort, an dem die Ideale der Renaissance, Schönheit und Harmonie, Dauerhaftigkeit und Annehmlichkeit, in bestechender Reinheit verwirklicht wurden – über ‹Atmosphären. Architektonische Umgebungen – Die Dinge um mich herum›. In der barocken Schlossanlage von Corvey präsentierte der Tessiner Architekt Mario Botta seine Bibliotheks- und Museumsbauten und sprach über Architektur als menschlichen Schutzraum. Oliver Kruse stellte 2005 auf Gut Böckel das Projekt ‹Raumortlabor› für die Insel Hombroich vor. Der Regisseur, Autor, Maler und Architekt Robert Wilson faszinierte die Zuhörer 2006 mit der These, dass erst die architektonische Struktur den Raum für Kreativität schaffe. Im Gräflichen Park Bad Driburg machte Ryue Nishizawa in seinem Vortrag deutlich, wie ausschlaggebend die Relation von Innen- und Außenraum, das Überschreiten von Raumgrenzen zur Schaffung neuer sozialer Konventionen bei jedem Projekt ist, das er mit Kazuyo Sejima in ihrem gemeinsamen Architektenbüro SANAA realisiert. Das reich ornamentierte Weserrenaissanceschloss Hämelschenburg war ein Jahr später der Resonanzboden für Moshe Safdies Gedächtnisarchitekturen. Peter Eisenman dachte 2009 im Kloster Dalheim in seiner Rede ‹lateness and the metaphysics of presence› über seine Grundsätze des Entwerfens, Gestaltens und Bauens nach. Die physikalischen und kulturellen Begebenheiten des Ortes sind für ihn ebenso entscheidend wie die immanenten Zusammenhänge und das Programm des Gebäudes. 2010 führte die Kunsthistorikerin Bettina Rudhof vom Lemgoer Junkerhaus ausgehend, den Weg weiter zu Künstlerhäusern der Gegenwart von O’Gehry zu Domenigs Steinhaus. 


Das Literatur- und Musikfest ‹Wege durch das Land›, das den Zusammenhang von Ort, Landschaft und Literatur in vielfältiger Weise reflektiert, thematisiert als einziges Festival das Raumerlebnis und lässt ausdrücklich die Architektur zu Worte kommen. Unter das Literatur- und Konzertpublikum mischen sich dann Designer und Architekten, die aus dem gesamten deutschsprachigen Raum anreisen, und sorgen für eine oftmals elektrisierend aufgeladene Aufmerksamkeit.

 


Publikationen (über das Literaturbüro erhältlich):


Wege zur Architektur 1

Peter Zumthor ‹Atmosphären›

2004


Wege zur Architektur 2

Mario Botta ‹Architektur und Gedächtnis›

2005

vergriffen


Wege zur Architektur 3

Oliver Kruse ‹Rundbau in Hombroich›

2006


Wege zur Architektur 4

Robert Wilson ‹Structure and Creativity›

2007


Wege zur Architektur 5

Moshe Safdie ‹Megascale, Ordnung und Komplexität›

2008/2009


Wege zur Architektur 6

Kazuyo Sejima und Ryue Nishizawa ‹Spiel der Gegensätze›

2009

vergriffen


Wege zur Architektur 7

Bettina Rudhof ‹Bauen wie im Traum. Künstlerhäuser von Junker bis Domenig›

2010

Wege zur Architektur 8
Eduardo Souto de Moura ‹Ein Haus braucht ein Zentrum›

2013

 

Wege zur Architektur 9

Rafael Moneo ‹Vom Entwurf zum Bauwerk›

2014

 

Wege zur Architektur 10

Sami Rintala/Dagur Eggertsson ‹Das Haus ein Instrument. Huset Som Instrument›

2015 

 

Wege zur Architektur 11

David Adjaye ‹Geographien. Geographies›

2016