Junge Wege durch das Land

Samstag, 5. Juli 2014 - 18:00


Schloss Wendlinghausen − Am Schloss 4 − 32649 Dörentrup


Die Vögel sind schon da


Singen wie ein Vogel - wer träumte nicht manchmal davon? Doch wir können anderes: den Tönen geben wir unsere Wort-Sprache hinzu. Ihr wollen wir an diesem Abend auf besondere Weise begegnen: Zunächst suchen wir sie in der Natur, die wir gemeinsam als Lebensraum erkunden, erriechen und ertasten. Um, was wir gesehen und gehört, geschmeckt und aus einem Sommerabend aufgesogen haben, mitzunehmen in unsere Sprache. Gedichte und Lieder aus der Romantik bis zu dem zeitgenössischen Dichter Ted Hughes, in denen Vögel ihr buntes, fliegendes und manchmal auch nur hüpfendes Wesen treiben, werden uns das Ohr dafür öffnen, wie Sprachklang und Bedeutung in Gedichten zusammenwirken. Da singt die Lerche, oder doch die Nachtigall? Wir werden Bert Brechts Liebenden folgen, die wie Kraniche im Bogen am Himmel fliegen, und den Vogel Phönix bewundern, werden hören, was Vögel können, und uns fragen, wie sie leben, um sodann selbst Gedichte zu schreiben - zu einem Vogel, wie wir ihn uns vorstellen oder erträumen. Eine Feder sein, ein Ästchen im Nest, ein Storch auf dem Weg nach Afrika. So können Phantasie und Wissen zusammenkommen, Auge und Ohr, Hören und Erzählen. Einfache Reim- und Versformen werden uns helfen, die Laute in Sprachmusik umzusetzen: Welch ein Singen, Musiziern, Pfeifen, Zwitschern, Tiriliern!

Die Schriftstellerin Ulrike Draesner wünschte sich schon als Kind einen Papagei und kommt bis heute weder in ihrer Literatur noch in ihrem Leben ohne Tiere aus. Ihre Gedichte sind bekannt für ihre Musikalität und Sprachrhythmik sowie ihre Verknüpfung von (naturwissenschaftlichem) Wissen und Erleben. Draesner lebt mit ihrer Tochter in Berlin. Seit 15 Jahren unterrichtet sie regelmäßig als Gastprofessorin in Seminaren, Workshops und Poetikvorlesungen Literatur.

Für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren.
Im Preis ist ein kleiner Imbiss enthalten.