Gut Böckel

Samstag, 12. Juli 2014 - 18:00


Gut Böckel − Rilkestraße 18 − 32289 Rödinghausen


Es rezitieren und konzertieren





Rezitation


Franziska Walser & Edgar Selge

Jeder Engel ist schrecklich

Rainer Maria Rilke Duineser Elegien




Konzert


Alexei Lubimov und Alexei Grotz


Franz Schubert

Marche caracteristique Nr. 1 C-Dur, op. 121, D 968b

Rondo D-Dur, op. 138, D 608

Impromptu As-Dur, op.90/4, D 899

Allegro in a-Moll ‹Lebensstürme›, op. 144, D 947

Grand Rondeau in A-Dur, op. 107, D 951

Marche caracteristique Nr. 2 C-Dur, op. 121, D 968b

Historischer Wiener Flügel aus der Werkstatt von Edwin Beunk, Enschede

Pause 19.30 Uhr, Ende ca. 21.30 Uhr

47 / 37 / 27 €




Nirgends wird Welt sein, als innen


Im Glockenturm wohnte Rainer Maria Rilke, als er sich für einige Wochen im Kriegsjahr 1917 auf Gut Böckel aufhielt. Drei Jahre zuvor hatte er Hertha Koenig, die neben Böckel eine herrschaftliche Wohnung in München unterhielt, zum Kauf von...


Im Glockenturm wohnte Rainer Maria Rilke, als er sich für einige Wochen im Kriegsjahr 1917 auf Gut Böckel aufhielt. Drei Jahre zuvor hatte er Hertha Koenig, die neben Böckel eine herrschaftliche Wohnung in München unterhielt, zum Kauf von Picassos Gemälde ‹Les Saltimbanques› geraten, er selbst bezeichnete sich als ‹Wächter am Picasso›. In einem Schaffensrausch hatte Rilke 1912 die ersten der Duineser Elegien geschaffen, zehn Jahre später sollten die weiteren folgen, die letzte, die spätere 5. Duineser Elegie in einem strahlenden Nachtsturm. ‹Ich weiß nicht, ob sie mir die liebste ist›, schrieb Rilke und widmete sie Hertha Koenig. ‹Die fünfte Elegie formuliert eine für den Künstler entscheidende Erfahrung: Entweder sein Vorhaben gelingt zu wenig oder zu perfekt. Aber in der unglaublichen Anstrengung passiert das Menschliche, passiert das Lächeln, das Glück. Da kommt der Engel ins Spiel›, sagt Edgar Selge. Franziska Walser und Edgar Selge sprechen die Duineser Elegien frei, so wird der Zuhörer zum Partner eines Gedankenaustausches. Beide für sich sind berühmte, großartige Schauspieler, Sprach- und Sprechkünstler, sie zusammen zu hören ist ein seltenes und beeindruckendes Erlebnis. Die Duineser Elegien sind ein lyrisches Meisterwerk, das zum Vollkommensten gehört, was in deutscher Sprache geschrieben wurde. Wie kaum ein anderer Komponist seiner Zeit hat sich Franz Schubert intensiv mit Werken für Klavier zu vier Händen beschäftigt, in denen er das Leichte mit dem Ernsten versöhnt. Der Pianist Alexei Lubimov, einst Student des legendären Heinrich Neuhaus am Moskauer Konservatorium, zählt zu den bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten unserer Zeit. Als Pianist fühlt er sich gleichermaßen der Pflege der historischen Aufführungspraxis verpflichtet, wie auch der Aufführung Neuer Musik. Gemeinsam mit einem seiner begabtesten Studenten, Alexei Grotz, gestaltet er ein Konzert zu zwei und vier Händen. Der erst 25jährige Alexei Grotz gilt als große Hoffnung am Musikhorizont, zuletzt gewann er den Internationalen Rubinstein Klavierwettbewerb.





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