Gut Geissel

Freitag, 9. Juni 2017 - 19:00


Gut Geissel − Brockstraße 16 − 33397 Rietberg


Es lesen und konzertieren





Lesung


Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel

Raymond Queneau Stilübungen




Konzert


Sam Haywood (Klavier)

Erik Satie Gymnopedie Nr. 1 und Gnossienne Nr. 1
Maurice Ravel Sonatine
I. Modéré
II. Mouvement de Menuet
III. Animé

Francis Poulenc Movements Perpetuels
I. Assez modéré
II. Très modéré
III. Alerte

Emmanuel Chabrier Scherzo Valse




Pause





Lesung


Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel

Raymond QueneauStilübungen




Konzert


Sam Haywood (Klavier)

Erik Satie Gymnopedie Nr. 2 und Gnossienne Nr. 4
Charles Valentin Alkan Barcarolle

Frédéric Chopin Barcarolle Op. 60

Frédéric Chopin Polonaise Nr. 5 in Fis-moll




‹Stilübungen›


Schon im 13. Jahrhundert wurde der Schultenhof Geissel erstmals urkundlich erwähnt. Hinter einem barocken Tor liegen die durch ein Maison de Maître im französischen Stil erweiterten westfälischen Fachwerkgebäude. Bis heute zeigt sich in der Architektur des denkmalgeschützten Guts der französische Einfluss, unter dem das von Napoleon geschaffene Königreich Westfalen im 19. Jahrhundert stand.

Jedes Kind in Frankreich kennt die ‹Stilübungen› von Raymond Queneau: Ein junger Mann mit langem Hals und sonderbarem Hut in einem überfüllten Bus in Paris. Gerempel. Und später derselbe Mann vor einem Bahnhof, wo ein Freund ihm sagt, sein Mantelknopf sitze falsch. Mehr ist es nicht. Aber in 136 Varianten – vom Sonett zum Haiku, vom Verhör zur Matheaufgabe, zögernd, ordinär, schwülstig oder gar zu Buchstabenclustern zerlegt – zeigt sich, was Sprache alles kann. Die Stilübungen sind eine atemberaubende Demonstration, eine grandiose Hommage an die Sprache und ihre Möglichkeiten. ‹Fast täglich drin rumgeblättert, oft glucksend. Wirkt jedesmal wie ein frischer Sprudel für die Neuronen›, lobt auch die Süddeutsche Zeitung.

Diesen Klassiker der französischen Avantgarde, begonnen 1944 und bis in die 1970er Jahre erweitert, haben die beiden preisgekrönten Literaturübersetzer Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel virtuos neu übersetzt. Die mit allen Wassern gewaschenen ‹Zweit-Autoren› führen eine Auswahl ihrer Stilübungen vor und sprechen über die Hintergründe des Buches und ihren übersetzerischen Ansatz – ein Fest der Sprache und des Spiels.

Im Konzert ist der britische Komponist und Pianist Sam Haywood mit französischer Klavierliteratur des 19. und 20. Jahrhunderts zu erleben. Der Chopin-Virtuose, dessen Spiel die New York Times als ‹leidenschaftlich und von funkelnder Intensität› beschrieb und die Washington Post als ‹lyrisch-empfindsam› lobte, konzertiert als Solist und Kammermusiker in den bedeutenden Konzertsälen der Welt. In diesem Jahr spielt er u. a. mit Joshua Bell, Steven Isserlis, Mark Padmore und dem Elias Quartet.

 

Deele

Pause ca. 20.30 Uhr | Ende ca. 23.00 Uhr

50 | 40 | Studentenkarte 15 €